Tiergeschichten

Stella alias Asia

 

 

 

Nach schwerem Umbau des Hauses meiner jetzigen Schwiegereltern entschlossen wir uns einen Hund anzuschaffen. Endlich waren alle Voraussetzungen gegeben.

Nach endlosen Tiere suchen ein Zuhause Sendungen war uns klar, es soll ein Tierheimhund sein und es soll ein schwarzer Hund sein, denn die finden nur schwer ein neues Zuhause.

Gesagt, gefunden, hin gefahren. Im Tierheim Grefrath war unser auserwählter aber nicht.

Er war bei einer Pflegestelle in Norddeutschland. Enttäuscht schauten wir uns ein wenig um, und gingen dann mit einem Schäferhund spazieren. Der Funke wollte aber nicht so recht überspringen. Schon fast in Richtung Ausgang gehend erzählte uns dann einer der netten Tierpflegerinnen dass da noch eine liebe Hündin wäre, die allerdings sehr zurückhaltend Männern gegenüber sei. Meine Frau wollte sie sofort sehen. Nach dem ersten Blick war ich eher skeptisch und meine Frau Feuer und Flamme. Asia war der Name des Schäferhund- Kangal Mischlings. Nach einem kurzen Spaziergang an der Leine hatte Asia auch mich überzeugt einen Versuch zu wagen. Nach ein paar Formalitäten und dem Nachweis eines hundgerechten Zuhauses kam dann die Vierjährige mit. Sie war total schüchtern. Bewegte sich zu Hause sehr ruhig und wich nicht von dem von ihr ausgesuchten Platz im Hof. Unsere Freude sollte nicht lange anhalten. Ich ging zum Spätdienst. Etwa 2 Stunden später klingelte mein Telefon. Meine Frau war an der anderen Seite und klang sehr aufgeregt. Der Hund ist weg, der Hund ist weg. Über den Zaun im Garten und weg. Und das, wo man uns doch sagte, dass gerade diese scheuen Hunde nur sehr schwer einzufangen sind. Ich konnte nicht weg, ich musste arbeiten. Das war so ein hilfloses Gefühl. Die ganze Familie und die Frauen vom Tierheim machten sich auf die Suche. Den ganzen Abend und ich nach Feierabend die halbe Nacht. Wir machten uns alle solche Sorgen. Ein Autobahnunfall in unserer Nähe lies unsere Nerven total blank liegen. Wir sind dann an der Unfallstelle ganz langsam vorbei gefahren um zu sehen was passiert ist. Entwarnung! Nur Blechschaden, nichts schlimmes. Die Steine purzelten von unserer Brust. Den Rest der Nacht hat von uns Niemand geschlafen. Die Suche ging am nächsten Morgen weiter. Flugblätter wurden erstellt und ausgehändigt. Dann ging das Handy. Unser Vater war dran.(der ruft sonst nie auf Handy an).Ganz aufgeregt sprach er, sie ist wieder da, sie ist wieder da. Saß einfach in unserer Einfahrt und wartete auf Jemanden von uns. Wir konnten es gar nicht glauben, sie war ja noch nicht mal 24 Stunden bei uns. Und meine Frau hatte sie zwischenzeitlich auf einem Feld gesehen, welches 2 km von uns entfernt ist. Nun ja. In der Nacht dachte ich noch, nein das geht nicht. Das halten meine Nerven kein weiteres Mal aus. Der Hund muss wieder zurück. Doch als sie von ganz allein wieder zu uns gekommen ist, dachte ich mir, das ist ein Zeichen. Wir haben uns dann entschieden sie weiter zu behalten. Die Stelle an der sie über den Zaun ist war schnell ausfindig gemacht und wurde sofort erhöht.

Noch Monate sollten vergehen bis unsere Stella, wie wir sie dann getauft haben, langsam zutraulicher wurde. Heute ist sie ein Familienmitglied und nicht mehr weg zu denken. Unsere Stella bellt nicht, sie mag Mensch und Tier, kann super alleine bleiben und ist mit Allem super verträglich. Wir haben Ihr das laufen am Fahrrad beigebracht. Das liebt sie total. Jetzt fängt sie gerade an mit Spielzeug zu spielen. Immer wenn sie gefressen hat, kommt sie zu uns und bedankt sich mit einem Anlehnen an uns für ihren Schmaus.

 

 

 

Fazit:

Mit Geduld und ein paar Regeln, von denen man nie abweichen sollte.(Wenn wir ins Bett gehen geht Stella automatisch in ihren Korb) kann man auch mit Tierheimhunden ein wunderbares Zusammensein hin bekommen. Natürlich sollte man sich auch ein wenig über die Rasse informieren. Kangale sind z.bsp. eine sehr spezifische Rasse. Obwohl unsere Maus wenig davon abbekommen hat.

Mit tierlieben Gruß

Wolfram und Sabine