Tiergeschichten

Freya

 

Also zuerst einmal möchte ich meine neue kleine Familie vorstellen: Da wäre als erstes die Katze (!) namens Charly, die sich manchmal nicht gerne von mir jagen lässt; dann wäre da noch Gino mein neuer Freund...er ist genau wie ich ein reinrassiger Mischling, hat aber zu seinem Leid bei diesem heißen Wetter, langes, wuschiges Fell. 2 Kleintiere leben auch noch hier, 2 lustige Meerschweine, die es gar nicht gerne sehen, wenn ich ihnen den Salat klaue. Meine neuen Eltern sind Jörg und Viktoria. So nun hab ich Euch mal kurz meine neue Familie vorgestellt, und jetzt wollt Ihr bestimmt wissen, wie ich zu dieser Chaostruppe gekommen bin??

Na gut, dann werd´ ich Euch mal meine Geschichte erzählen:

Als ich geboren wurde, lebte meine Mama schon auf der Strasse in Istanbul. Dort zog sich mich und meine Geschwister auch auf, bis wir im Alter von 1 Monat von netten Leuten an der Autobahn gefunden wurden.
So kamen wir in das Tierheim von Lale. Wie ich später erfuhr, arbeitet das Tierheim in Istanbul mit super lieben Menschen in Deutschland zusammen, die sich darum gekümmert haben, dass ich in Deutschland zur Vermittlung freistand.
Als ich dann endlich groß genug war, um den anstrengenden Flug nach Deutschland anzutreten, kam ich dort zu einer Familie. Aber mir gefiel es dort nicht so gut und deshalb hab ich nur Unsinn gemacht und nicht auf meine neuen Herrchen gehört. Nach 1 Woche hatten die dann auch keine Lust mehr auf mich und haben mich zurück gegeben. Sie sagten, ich sei ein „Problemhund“! Naja, das beruht aber schließlich auch auf Gegenseitigkeit!!!
Nachdem ich dann eine wunderschöne Nacht bei der lieben Familie von Roswitha verbracht habe, haben Roswitha und ihre Tochter mich dann in´s Auto gebracht und dort blieb ich 1,5 Stunden.......und ich sag Euch, dass waren verdammt üble 1,5 Stunden.......!!!!! Ich vertrag nämlich ganz und gar nicht autofahren. Aber das liegt daran, dass ich Angst vor Autos habe.
Schließlich habe ich in Istanbul an der Autobahn gelebt, und dort sind die Fahrer nicht sehr rücksichtsvoll!!
Na gut, nachdem ich dann die 1,5 Stunden Autofahrt mehr oder weniger überstanden hatte, kam ich in die Eifel.... WOW..... da ist´s ja richtig schön!!!! Ganz viele Wiesen, Flüsse und Bäume.... und Hunde!!
Als ich dann endlich aus dem Auto durfte, hab ich mich erst mal übergeben. Aber das schockierte dort niemanden. Ich war noch nicht ganz fertig damit, als schon meine neue Mama kam. Sie hat mich erst einmal gestreichelt und dann kam auch schon mein Papa mit meinem neuen Freund Gino aus dem Haus.
Wir sind zusammen eine kleine Runde spazieren gegangen und die Menschen haben sich unterhalten. Da aber das alles so aufregend war, hab ich da gar nicht so genau zugehört, sondern mich erst mal mit Gino angefreundet.
Dann sind wir alle in mein neues Zuhause gegangen und die Menschen haben sich weiter unterhalten und ich hab erst mal alles beschnuppert.
Nachdem dann meine vorübergehende Mama Roswitha mit ihrer Tochter schweren Herzens wieder gegangen waren hab ich als erstes mal klar gestellt, dass ich die Couch in Anspruch nehme!! Aber das störte weder Jörg, noch Viktoria oder Gino oder Charly, denn das darf man auch als Hund bei meinen Leuten!
Damit war dann schon mal die erste Hürde genommen. Und wie sich herausstellte, sind Hunde bei meiner Familie richtige Mitglieder der Familie und werden auch so behandelt. So musste ich dann auch lernen, dass ich mir nicht einfach so Essen vom Tisch holen darf, sondern warten muß, bis meine Eltern mir etwas geben. Aber da sind die beiden nicht so knickrig mit.
So werden dann extra für mich und Gino schon mal beim Grillen im Garten 2 ungewürzte Stücke Fleisch mitgegrillt, fallen zufälligerweise direkt 2 Scheiben Wurst beim Frühstück runter oder Papa kauft versehendlicherweise Sonntags morgens 2 Brötchen zuviel, welche Gino und ich dann auf dem Rückweg essen dürfen.
Aber all das heißt nicht, dass bei Mama und Papa gebettelt werden darf!! Da wir ja aber wissen, dass was für uns abfällt, warten wir ganz lieb ohne zu drängeln oder zu betteln, bis Mama –oder besser gesagt meistens Papa- uns was gibt.
Jetzt bin ich schon 2 Monate hier in der Eifel und ich hab beschlossen, bis zu meinem Lebensende hier zu bleiben. Meine Familie geb´ ich nicht mehr her, und ich glaube, die geben mich auch nie wieder her. Obwohl mir Mama manchmal, wenn ich wieder Unsinn gemacht habe, vorhält, dass sie mich gar nicht wollten, sondern meine Schwester Belle. Aber sie hat mir das alles erklärt...dass nur noch Belle im Internet zu vergeben war, sie aber noch in der Türkei war, Roswitha angerufen hatte, dass ich wieder abgegeben wurde, und meinen Eltern egal war, welcher Hund gerettet wurde und sie somit an mich kamen.
Ich glaube, ich hatte großes Glück, zu meiner Familie zu kommen, auch wenn es mir für Belle leid tut. Aber ich habe gehört, dass auch sie ein schönes Zuhause gefunden hat. Das freut mich und meine Familie natürlich sehr!!! JJJ Auch wenn ich mich hin und wieder mit Gino streite –schließlich müssen wir noch die Rangordnung ausdiskutieren, lieben wir beide uns doch sehr. Alleine mag keiner mehr von uns spazieren gehen und wenn dann mal so ein blöder Rüde daher kommt und mich von der Seite anmacht, stellt sich mein Gino direkt dazwischen und klärt die Sache!! Ach....er ist ein richtiger Cavalier.....!!!!!
So, ich denke, nun habt Ihr einen kleinen Einblick in mein jetzt schönes Leben bekommen und freut Euch genauso wie meine Mama und mein Papa, dass es so nette Leute gibt, die sich um uns Strassenhunde aus Istanbul kümmern.
Eure Freya

P.S.: Meine Mama möchte auch noch etwas schreiben:
Wir wollten uns noch mal bei allen Menschen bedanken, dass Ihr uns unsere Freya gegeben habt!! Macht weiter so....... Eure Viktoria mit
Jörg, Gino, Charly und 2 Meerschweinen