Tiergeschichten

Maya

Waullo!

Mein Name ist Maya. Ich wurde am 21.10.2004 in Istanbul geboren. Heimatlos. Die Zeit dort war nicht so toll, daher hatte ich vor vielen Dingen Angst. Ich wurde nach Deutschland gebracht und kam dort auf dem Bauernhof der Familie Sturm unter, wofür ich dankbar bin!

Durchs Internet wurde dann eine andere Felllose auf mich aufmerksam. Sie steckte gerade im Umzug und sie erzählte mir später, dass sie bis spät nachts renoviert hat, damit alles fertig wird, bis ich komme. Leider gab es einen Rohrbruch, und so musste ich eine Woche länger auf sie warten. Und dann kam sie. Sie musste weit fahren und kam als es schon dunkel war. Ich wurde nach draußen getragen und war schockiert, sie war tatsächlich felllos! Und sie hatte einen Kerl dabei! Gut, der hatte Fell (lange Haare nannte er das), aber er war männlich…das mochte ich nicht sonderlich gerne. Ich machte erstmal unzählige Male Pipi auf den Boden. Das war zuviel! Und dann nahmt die Felllose mich auch noch auf den Arm und mit in ein Auto. Ich wollte am Liebsten unter den Sitz kriechen, doch es war ganz schön, gestreichelt zu werden. Gut. Dann eben auf den Schoß. „Wie? Die hat mich auf den Boden gesetzt? Nee nee, ich sitze unter dem Sitz oder auf dem Schoß! Haha! Gewonnen, ich darf auf dem Schoß bleiben.“ Dann hab ich geschlafen.

Plötzlich wurde ich geweckt. Und wir stiegen aus dem Auto. „Wie jetzt, nee, ich will wieder rein! Geht nicht, Tür zu…mhhhh, gut, ich geh unters Auto!“ Aber da wurde ich vorgelockt, dann in eine große Wohnung, wie sie das nannten, getragen. Da wars noch chaotisch! Renoviert war ja, aber ausgepackt noch nicht so ganz! Die Wohnung war okay, besonders der Ottomane, af dem verbrachte ich die Nächte. Wenn die Felllose kam, war ich aber immer sehr nervös und hab ganz oft Pipi auf den Ottomanen gemacht. Zum Glück war mir keiner böse. Sie erklärten mir langsam, in 3-monatiger Arbeit, dass ich draußen machen soll. Das fand ich erst ganz blöd, weil ich draußen große Angst hatte. Ich wollte lieber drinnen bleiben. Aber so ne Felllose ist echt nervig! Und penetrant! Ständig zeigte sie mir das tollste Essen, rote Paprika, mein Leibgericht! Zunächst ging ich bis zum Flur, dann 2 Stufen runter…….und 3 Monate später war ich am ersten Baum angekommen. 2h später an der ersten Straßenecke. Nach weiteren 3 Monaten bin ich alleine zur Freilaufwiese gelaufen. Bis dahin hatte ich aber schon viel von der Welt gesehen, denn ich wurde täglich mehrere Stunden durch die Gegend getragen. Auf dem Arm fand ichs sicher, auch jetzt will ich noch darauf, wenn es gefährlich wird. Die Felllose sagt immer, ich hätte ein sehr enges Verständnis von gefahr, aber es können ja nicht alle so mutig sein, wie die!

Mir dem haarigen Felllosen hab ich mich auch angefreundet. Die Weibliche hat ganz viel geweint, weil ich ihn nicht mochte. Ich hab mir dann überlegt, dass Fressen toll ist, aus aus männlichen Händen. „Gut ja, ich bin bestechlich!“

Wir waren auch in einer Hundeschule. Toll wars da! Ich konnte toben! Aber das mit der Bestechlichkeit konnte ich nicht auf mir sitzen lassen! Ich nahm konsequent kein Leckerchen! Ich brauchte das nicht, ich wollte lieber zeigen, dass ich auch ohne lernen kann. Die Trainerin sagte immer, die Felllose und ich seien ein tolles Team. Die hat mich immer festgehalten und dann ist meine Felllose weggegangen und hat mich dann gerufen. Ich war schnell da! Die Felllose finde ich nett, ich bleibe bei ihr! Mit jemand anderem gehe ich keinen Schritt. Gut, mit dem Männchen der Felllosen, aber nur zur Freilaufwiese!

Die Leckerchen wie Paprika oder  Nudeln fand ich toll. Nur diese gekauften Dinger, bah! Auch Dosen- und Trockenfutter mochte ich nicht. Gut, von der einen Marke mochte ich Rind, manchmal Geflügel von der anderen Marke. Jetzt haben die Felllosen es aber begriffen, ich werde „gebarft“. Fleisch ist toll! Gemüse und Obst! Getreide und Kartoffeln oder Nudeln mag ich auch. Nur das Warten, bis das Fleisch aufgetaut ist, das mag ich nicht! Ich sage der Mikrowelle ganze 20min täglich, sie soll sich beeilen und hole die Felllose alle 2min, damit sie es der Mikrowelle übersetzt. Leider kapieren beide nicht wie blöd das Warten ist!

Manchmal warte ich aber auch gerne. Im Zug, wenn die Felllose auf Klo ist, passe ich auf die Rucksäcke auf und vor Geschäften warte ich auch ganz brav. Meistens kommt die Felllose ja mit Dingen daraus, die ich auch möchte.

Die Beiden ohne Fell sagen, ich sei ein Morgenmuffel, aber ich finde, die stehen zu früh auf! Ich schlafe eben gerne lange aus. Dafür mag ich es, nachts besonders gerne darußen zu toben!

Ich habe hier sehr viel erlebt. Viele Tränen der Felllosen, sie sagte, sie mache sich Sorgen um mich. Etwas hat die Felllose wohl besonders traurig gemacht, ich mochte nämlich Besucher nicht. Die hab ich angeknurrt! Und einmal hab ich ein Mädchen ins Bein gezwickt…..Von da an wurde ich immer festgebunden, wenn Besucher kamen, aber zum Trost gabs Leckerchen und die Felllose hat neben mir auf dem Boden gesessen und mich gestreichelt, wenn ich nicht geknurrt habe. Sie sagte, ich dürfe keinen beissen, sonst müsse sie sich mehr Sorgen um mich machen. Ich lege mich nun immer neben meine Felllose, wenn so blöde Besucher da sind. Aber weil die von mir nicht willkommen sind, gucke ich sie nicht einmal an! Oder doch? Vielleicht manchmal…..ab und zu nehme ich auch ein Leckerchen von denen….. aber nur, weil die Felllose sich dann immer so freut.

Ich habe ja jetzt schon viel erzählt. Ich denke, ihr könnt Euch etwas über mich vorstellen. Die Felllose sagt, sie kann sich ein Leben ohne mich nicht mehr vorstellen, weil ich ihr Engelchen bin. Das freut mich! Danke Frau Sturm, dass sie mich nach Hause gebracht haben!