Tiergeschichten

Ronja


Hallo, ich bin Ronja!

Eigentlich hieß ich ja Arcadia, aber da ich mich wohl vom ersten Moment an wie eine kleine Räubertochter benommen habe, heiße ich nun Ronja.

Ich habe seit November 2004 ein neues zu Hause und hier ist´s prima, weil ich soooo viel Unsinn anstellen kann! Gut, ab und an wird deswegen auch gemeckert, aber ich weiß ja sofort, wenn ich Mist gebaut habe. Dann werf ich mich auf den Boden, setze meinen allerschönsten Hundeblick auf und dem kann einfach niemand widerstehen. Klappt immer!

Dafür helfe ich ja auch schön brav im Haushalt mit. Wenn niemand guckt, spüle ich schon mal die Teller und Schüsseln mit meiner Zunge. Oder ich übernehme das Staubsaugen, wenn irgendwo ein Krümel ´runtergefallen ist. Um die Wäsche kümmer´ ich mich natürlich auch; Socken sind da meine ganz besondere Spezialität. Ansonsten werde ich bei der Gartenarbeit eingesetzt, wenn mal wieder ein großes Loch gebuddelt oder der Rasen gedüngt werden muß. Das kann ich richtig gut! 

Wenn die Haus- und Gartenarbeit erledigt ist, gibt´s Suchspiele. Ich bringe meiner Mama dann eins meiner Spielzeuge und sie muß es verstecken. Da ich ganz schön clever bin, finde ich alles wieder und bring´s ihr dann her. Das macht mir richtig viel Spaß, vor allem, wenn´s zur Belohnung auch noch ein Leckerli gibt. Wenn die Mama mir verschiedene Spielsachen nebeneinander legt und ich ihr dann genau das bringe, nach dem sie gefragt hat, ist sie immer ganz aus dem Häuschen. Dabei ist es doch total einfach, Papa´s Socken von ihrem Socken zu unterscheiden… ;-)

Naja, über alles, was ich so mache, freut man sich nicht. Die ersten Wochen in meinem neuen zu Hause habe ich mich von meiner allerbesten Seite gezeigt, um Mama und Papa in Sicherheit zu wiegen. Aber dann mußte ich mal ein paar Dinge klarstellen: Schuhe gehören nicht in den Flur, Stufenmatten find ich blöd und in der Zeitung steht nie etwas Interessantes! Außerdem fand ich meinen Schlafplatz doof! Erst haben die beiden zwar geschimpft, weil ich ihn zerfetzt habe, aber der Papa ist dann gleich losgefahren und hat mir ein riesengroßes Bett gekauft. Pah, das hätte er sich auch schenken können! Die zwei haben doch ein großes Bett in ihrem Schlafzimmer stehen. Wenn die ´was zusammenrücken würden, wäre da locker Platz für drei! So muß ich immer warten, bis die Luft ´rein ist, um mich dann zum „Frühstücksfernsehen“ auf die Kissen zu schmeißen.

Wenn ich ordentlich ausgeruht bin, geht´s zum großen Spaziergang auf die Felder. Mittlerweile darf ich sogar ohne Leine laufen. Mann, hier gibt´s die leckersten Misthaufen der Welt! Und hinterher riecht man so gut! Allerdings habe ich das Gefühl, dass nur ich diese Haufen lecker finde; es sei denn mit ihrem ewigen „Pfui“ wollen mir die beiden sagen, dass sie auch etwas abhaben wollen. Aber das geht nicht. Mein Essen teile ich nicht! Mit niemandem! Das gilt ganz besonders für meinen großen Knochen, den ich jedes Wochenende bekomme. Mann, das nervt vielleicht, dass ich den ständig mit mir herumtragen muß, damit bloß niemand dran geht. Ich bekomm´ ja schließlich auch nichts, wenn sie am Tisch sitzen und die leckersten Sachen vor meinen Augen und vor allem meiner Nase liegen!

Aber ansonsten sind die beiden echt lieb zu mir. So langsam verstehen sie auch, was ich von ihnen will. Das ist nämlich gar nicht so einfach, seinen Menschen zu erklären, ob man nun gerade ´mal in den Garten muß oder ob einem langweilig ist oder der Ball unter der Couch liegt. Jetzt gebe ich einfach klare Anweisungen: ich setze mich vor die Tür, wenn ich ´raus will, ich kratze mit meinen Pfoten unter der Couch umher, wenn mir ´mal wieder der Ball darunter gerollt ist oder ich beiß ihnen in die Hand, wenn mir langweilig ist.

Ich bin jetzt ½ Jahr hier und fühl mich richtig wohl.

Es gibt Spielkameraden, mit denen ich toben kann, denn mit anderen Hunden versteh´ ich mich ganz prima. Mit Mama und Papa kann ich wunderbar schmusen und das Essen ist auch richtig lecker. Im Garten und auf den Feldern gibt´s jede Menge zu entdecken und ich kann meine Nase überall ´reinstecken. Andere Menschen mag ich auch. Vor allem den Briefträger, den erschrecke ich mit meinem Gebell jeden Tag und trotzdem winkt er mir beim Spazierengehen immer freundlich zu.

Hier sind sowieso alle freundlich zu mir, aber ich bin ja auch lieb zu ihnen. Und nachdem ich im Februar auch noch mit in den Urlaub an die Nordsee durfte, steht für mich fest, dass ich hier nicht mehr weg möchte. Aber das ginge eh nicht, denn Mama und Papa geben mich nie wieder her! Das sagen sie mir jeden Tag und darüber bin ich sehr froh!

Eure Ronja